Bürsten ist mehr als Kosmetik: Es entfernt lose Haare, verteilt das Hautfett, hilft dir, Zecken, Schuppen oder wunde Stellen früh zu bemerken — und es ist für die meisten Tiere eine ruhige gemeinsame Zeit. Wie oft du zur Bürste greifst, hängt weniger von der Rasse ab als vom Felltyp.
Kurzhaar: wenig Aufwand, aber nicht null
Kurzes, eng anliegendes Fell (etwa ein bis zwei Zentimeter) haart eher gleichmäßig übers ganze Jahr statt in großen Schüben. Einmal wöchentlich reicht hier meist. Gut geeignet sind Noppenhandschuhe oder weiche Gummibürsten — sie nehmen lose Haare mit und massieren die Haut, ohne zu ziepen. Arbeite in Wuchsrichtung und ohne Druck.
Stockhaar und Unterwolle: die lose Wolle muss raus
Zweischichtiges Fell aus Deckhaar und dichter Unterwolle findest du zum Beispiel bei Schäferhunden, Huskys oder Samojeden. Außerhalb des Fellwechsels genügt ein- bis zweimal pro Woche. Wichtig ist, dass du die abgestorbene Unterwolle wirklich herausbekommst: Bleibt sie liegen, staut sie Wärme und Feuchtigkeit an der Haut. Ein Kamm oder eine Bürste mit längeren Zinken, die bis zur Unterschicht reicht, ist dafür sinnvoller als oberflächliches Drüberstreichen.
Langhaar: bis auf die Haut kämmen
Langes Fell braucht bei dichter Unterwolle tägliche Pflege, sonst filzt es — und zwar von unten, während es oben noch gepflegt aussieht. Kämme deshalb in Schichten bis zur Haut durch und achte besonders auf die kritischen Stellen: hinter den Ohren, Achseln, Innenschenkel, Rutenansatz und unter Halsband oder Geschirr. Kleine Knoten löst du vorsichtig mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm, während du die Haarwurzel mit der anderen Hand abstützt. Schneide festsitzende Filzplatten niemals mit der Schere heraus — die Haut zieht sich mit hoch, und Schnittverletzungen sind schnell passiert. Dafür sind Tierarztpraxis oder Hundesalon zuständig. Und weil unter Verfilzungen Entzündungen entstehen, ist stark verwahrlostes Fell auch tierschutzrechtlich relevant; zuständig sind die Veterinärämter, deren Vollzugspraxis sich je nach Bundesland unterscheiden kann.
Fellwechsel im Frühjahr und Herbst
Zweimal im Jahr, meist April/Mai und September bis November, wird das Haarkleid getauscht — ein vollständiger Wechsel dauert im Schnitt bis zu acht Wochen. In dieser Zeit ist tägliches Bürsten sinnvoll: Es nimmt die losen Haare weg, beugt Verfilzungen vor und regt die Talgdrüsen an. Bleibt das Fell danach stumpf, entstehen kahle Stellen, gerötete Haut oder kratzt und leckt dein Tier auffällig viel, gehört das in die Tierarztpraxis abgeklärt. Dahinter können Parasiten, Allergien, Pilzinfektionen oder Stoffwechselstörungen stecken — das lässt sich zu Hause nicht unterscheiden.
Kern-Tipp: Lieber kurz und täglich als lange und selten. Fünf Minuten am Tag halten das Fell offen — eine einmal entstandene Filzplatte bekommst du mit keiner Bürste mehr auf.